Modellflugverein Bassersdorf

 

Noldis Lebenswerk

Noldis Boeing 747/400 „Jumbo“
Mein Entschluss zum Bau eines Airliners

3. März 2011
Während meinen vielen  Besuchen im Flughafen ZH-Kloten, ob auf der Zuschauer-Terrasse oder am  Pistenende 34 gestanden faszinierten mich immer wieder die Landeanflüge oder  nur schon die majestätischen Bewegungungen der Jumbos auf den Rollwegen,  geschweige die Starts dieser Riesen.

Nicht nur bei technisch interessierten   Menschen stockte bei einer ersten Besichtigung eines Jumbos beinahe der Atem. So  wie heute dies beim neu in Betrieb genommenen noch grösseren Airbus A 380 geschieht war dies vor 40  Jahren. Jedem Betrachter überkommt auch heute noch beim Anblick dieses eleganten Wunderwerks der Technik ein Gefühl von Ehrfurcht und Bewunderung auf.Mit Respekt und grosser  Anerkennung staunt man über die Kreativität den hohen Stand, und dem  technischen Know-how der involvierten Flugzeugbauer. Leider sind die Jumbos in ZH Kloten nicht zu mehr zu bestaunen, diese sind jedoch auf anderen europäischen  und amerikanischen Grossflughäfen nach wie vor in grosser Zahl zu sehen. Durch den europäischen Konkurrenzdruck des A 380 antworten die Boeing Werke mit dem  neuen Modell 747-8, der gegenüber dem 747/400 einen um 6 m längeren Rumpf,  leisere leistungsfähigere Triebwerke, sowie neue um 2 m längere Flügel  aufweist. Neben den eingegangenen 80 Bestellungen der Fracht-, hat u.a.  Lufthansa 20 Stück der Passagier-Version bestellt.

Ebenso begeisterten mich an  Modellflugshows die Flugvorführungen von Airlinern, Die meistens wurden gebaut,   (Semi-Scale) in Grössen mit Spannweiten von 3,5 bis 5 m  und bemahlt in den bekannten  Fluggesellschafts-Farbschemen. Mein Entschluss zum Bau eines Airliners fasste  ich im Jahr 1994. Allerdings steckte ich für dieses Vorhaben mein Anspruch  recht hoch, denn ich nahm mir vor, wenn schon ein Airliner gebaut werden soll, dann  so Scale wie möglich und nur einer, der zur damaligen Zeit der erfolgreichste, ja  der König der Lüfte war. Somit war nur eine Boeing 747/ 400 gut genug.

Durch die zuvor konstruierten  und während der Projektierungszeit gleichzeitig gebauten Modelle wie einem Learjet   und eines PC 21, erarbeitete ich mir die notwendige Erfahrung um dem anspruchs-vollen  Bau dieses Airliners genügen zu können. Auch brachte ich Dank meiner  beruflichen Ausbildung die fachliche Voraussetzung zur Realisierung dieses Projekts  mit. Trotz den guten Voraussetzungen war mir sehr wohl bewusst, dass der Bau  dieses Modells für mich eine besondere Herausforderung werden dürfte. Eine der  schwierigsten Knackpunkte war die Lösungsfindung des Hauptfahrwerks welches sich   während des Einzugs übereinander schiebt. Neben der zu entwickelnden anspruchsvollen  Mechanik war ebenso der Bau der elektronisch-elektrischen Steuerung keine  leichte Aufgabe.

Nach der Evaluation der  Grösse, bestimmt durch die vorhandene Transportmöglichkeit, der Wahl des Baumaterials   und des Antriebsystems, resultierte eine Baugrösse im Massstab von 1:20. Für  den Antrieb (Triebwerke) entschied ich mich trotz der Gewissheit, dass  verschiedene Komponenten noch nicht ausreichend entwickelt waren, für eine  Impeller-Lösung. Zu dieser Zeit  waren wohl  von Fachgeschäften ordentlich brauchbare Impeller erhältlich, dagegen fand man auf  dem Markt für eine ausreichende Schubleistung weder leistungsfähige Motoren,  Regler noch LIPO Zellen. Die angebotenen Turbinen  Triebwerke waren zu dieser Zeit ebenfalls noch verbesserungsbedürftig, zudem  waren diese noch recht teuer.

Heute stelle ich mit Genugtuung  und Freude fest, dass Dank der in den letzten 3 Jahren in der  Industrie geförderten Entwicklung wichtiger  Komponenten für Elektroantriebe jeder Art, von der auch wir Modellflieger  profitieren dürfen, meine Entscheidung für mich die richtig war.

Zum Bau meines Jumbos: Auch ich  stellte mir die Aufgabe, dieses Modell so gut wie möglich nachzubauen. Vor allem   aber, sollte das imposante gewaltige Hauptfahrwerk, das Landeklappen-System mit  den komplexen Gelenkklappen, dem Antriebsmechanismus und die Schacht-Abdeckungen,  sowie die Triebwerke in etwa dem Original, entsprechen. Heute darf ich ohne Übertreibung   sagen, dass mir dies wirklich gut gelungen   ist. Erhaltene Komplimente über Internet freuten mich besonders.

Am 29. Sept. 2010, ja erst 17  Jahre nach Projektierungsbeginn startete mein Boeing 747/400, zum Jungfernflug pilotiert  von Julius Jezerniczky, ein erfahrener und ausgewiesener Jetpilot.  Für den Erstflug hatte ich zu  wenig oder zuviel Nerven. Allerdings führte ich einige Tage zuvor auf unserem  Flugplatz Gerstenacher die ersten praktischen Schubleistungsversuche und Schwerpunktlage-Prüfungen  durch. Bei diesen Tests hob mein Jumbo immerhin bis zu 1 m vom Boden ab.  Alle Modellbauer kennen das zu  erlebende Glücks-Gefühl bei einem Jungfernflug, das Abheben und der Erstflug eines selbstkonstruierten und gebauten Modells, Adrenalin pur.

Arnold Meier

Noldis Jumbo 747/400
Erfahrungsbericht
Noldis Jumbo 747.pdf (15.82MB)
Noldis Jumbo 747/400
Erfahrungsbericht
Noldis Jumbo 747.pdf
(15.82MB)