Modellflugverein Bassersdorf

Airlinertreffen in Oppingen (D)

Täglich sieht man in unserer Region die Passagierjets starten und landen. Auf den Modellflugplätzen sind die Airlinermodelle aber nicht so alltäglich. Dies mag einer der Gründe sein, weshalb ich mich besonders für den Bau und das Fliegen solcher Modelle interessiere. Durch dieses Interesse wurde ich auch aufmerksam auf das Airlinertreffen in Oppingen in der Nähe von Ulm.

Am Flugtag in Hausen kam ich ins Gespräch mit Adi Pitz, der massgeblich an der Durchführung dieses Events beteiligt ist. Er ermunterte mich, an diesem Treffen teilzunehmen.  Ein bisschen klein kommt man sich schon vor, wenn man erstmals an einem öffentlichen Flugtag mitmacht. Auch mein Modell, die Boeing 727, die auf unserem Flugplatz eine stattliche Erscheinung ist, wirkte neben den meisten Modellen der angereisten Piloten nicht besonders gross.  Zum Glück konnte ich relativ früh anreisen und am Freitag gleich einen ersten Übungsflug durchführen. Etwas nervös war ich schon, denn es war der erste Start dieser Maschine auf einer Graspiste und das Fliegen vor den Augen vieler erfahrener Showpiloten machte mich zusätzlich etwas kribbelig. Der Flug in wunderbarer Sommerabendstimmung verlief glücklicherweise zu meiner ganzen Zufriedenheit.  Am Abend waren die Piloten mit Partner und Familie zum Essen eingeladen. Bei prächtigem Sommerwetter wurde gegessen und gefachsimpelt bis spät in die Nacht. Sehr angenehm empfand ich den Kontakt zu bekannten Piloten wie Michael Bräuer oder Norbert Rauch. Niemand gibt einem Neuling wie mir das Gefühl weniger gut zu sein. Eine super Gemeinschaft, in der man sich sofort wohl fühlt!

Am Samstag sollte es sehr heiss werden, weshalb ich gleich am Morgen fliegen wollte. Bei heissem Wetter hat meine Turbine nämlich oft Startschwierigkeiten. So durfte ich den Flugtag eröffnen. Es hatte bereits ein ziemlich starker Seitenwind eingesetzt und beim Start erwischte ich auch noch eine heftige Bodenwelle. Die Boeing wurde schräg in die Luft katapultiert, wobei die Flügelspitze um Haaresbreite über dem Gras blieb. Durch rasches, beherztes Gegenlenken konnte das Schlimmste verhindert werden. Die Maschine hatte noch kurz Bodenkontakt, um dann doch noch abzuheben. Es war wirklich ein schlimmer Start und die Sache hätte auch ganz anders enden können. Nach geglückter Landung wurde die Sache natürlich auch viel diskutiert, wobei ich mich sehr über die ermunternden Worte vieler Piloten freute, die mir allesamt bestätigten, dass es die richtige Entscheidung war, den Start nicht abzubrechen.  Bei der heftigen Belastung wurde eine Fahrwerksverankerung leicht beschädigt, was ich aber den Tag durch problemlos wieder reparieren konnte.

Als gegen Abend der Wind etwas nachliess, kam dann auch der lang ersehnte Höhepunkt der Veranstaltung: Die grosse Boeing 747 von Adi Pitz zeigte einen wunderschönen Flug, gesteuert von Rainer Kamitz. Es ist wirklich ein aussergewöhnliches Modell mit 5,40 Metern Rumpflänge. Das Flugbild ist schlicht eine Wucht!  Gegen Sonnenuntergang war meine Maschine auch wieder startklar und ich durfte einen weiteren Flug ohne Andrenalinschub durchführen.  Am Samstag Abend stand dann noch eine Nachtflugshow auf dem Programm und ein grosses Feuerwerk. Unglaublich war für mich die 3-D- Helikoptervorführung mit beleuchteten Rotorblättern. Das grenzt für mich an übermenschliche Fähigkeiten, was die Piloten unter so erschwerten Bedingungen fliegen.  Als wunderschönen Gegenpol zu den rasanten Helikoptern gab es eine beleuchtete, grosse aber extrem langsam fliegende Piper zu bestaunen, eine Augenweide!

Auch am Sonntag wurde wieder bei herrlichem Sommerwetter geflogen. Es herrschte immer noch etwas Seitenwind, doch nicht so schlimm wie am Samstag. Auch an diesem Tag war ich gleich als erster Pilot am Start. Vor zahlreichen Zuschauern hatte ich einen guten Flug und war auch viel entspannter als am Vortag. Diesen Flug konnte ich so richtig geniessen!

Ein Höhepunkt löste den anderen ab. Als angenehme Abwechslung zu den AIrliner-Modellen wurden Flugzeuge aus allen Sparten gezeigt. Michael Bräuer mit seinem ultraschnellen Mikrojet (470km/h) war ebenso sehenswert wie Rainer Kamitz mit seiner Futura. Er fliegt diese Maschine so routiniert und spektakulär, da könnte ich noch ewig üben...  Auch die Airlinermodelle präsentierten sich auf schönste Art. Oft wurde auch gemeinsam in Formation geflogen.  So ging am Sonntag ein super organisierter Anlass zu Ende. Es gab viele tolle Flüge zu bestaunen und wenn einmal etwas schief lief, wurden die Piloten sehr kollegial unterstützt. Es waren aber kaum Zwischenfälle zu beklagen. Einzig die imposante Super Guppy hatte Probleme mit den Windverhältnissen und wurde leicht beschädigt. Etwas mehr Pech hatte Rainer Hesse, dessen Modell beim Anrollen Feuer fing. Bis der Feuerlöscher da war, gab es nicht mehr viel zu retten. Grosses Glück hatte Norbert Rauch mit einem Triebwerksausfall mitten im Start. Zum Glück wurde die Maschine nur leicht beschädigt.

Zum Schluss richte ich meinen grossen Dank an die Organisatoren, die mit viel Engagement einen tollen Event auf die Beine gestellt haben. 

In zwei Jahren werde ich wieder dabei sein, das verspreche ich schon jetzt!

Dom Escher